headerphoto

Neue Nachrichten von der Jenaer Tafel

Artikel

Jul 2, 2013
Kategorie: Artikel
Erstellt von: webmaster

Jenaer Tafel besucht: Im Tafelhaus in Lobeda-West investiert der neue Vorstand viel Kraft

Korruptionsvorwürfe gegen den Vorstand belasteten in den vergangenen Jahren die Jenaer Tafel. Nach dem Umzug 2011 nach Lobeda-West schien das Tafelhaus der Insolvenz nahe. Seit Ende 2012 leitet ein neuer Vorstand die Geschäfte und setzt sich für bauliche Verbesserungen am Tafelhaus ein.

Quelle: Jena TV

Mai 27, 2013
Kategorie: Artikel
Erstellt von: webmaster

Die Tafeln – Helfer oder Vertuscher

Die Tafeln in Deutschland bestehen nun seit 20 Jahren. Die aller erste wurde 1993 in Berlin gegründet. Auch unsere geliebte Saalestadt besitzt schon seit 18 Jahren einen Tafel-Verein, der in Lobeda-West ansässig ist.

Vor Jahrzenten gegründet, sollten sie eine Übergangslösung sein, aber seither sind sie zahlreicher denn je im gesamten deutschen Raum zu finden. Ihre Existenz hatte damals ihre Berechtigung und besitzt sie heute noch. Denn den vielen armen Menschen im Lande ist es nicht möglich mit ihrem kleinen Einkommen lebenswert zu leben und sind somit auf das Engagement der Ehrenamtlichen und dem angebotenen Essen der Tafeln angewiesen.

Genau mit diesem Thema setzte sich der Jenaer Soziologe Dr. Stephan Lorenz auseinander. Er hinterfragt mit einem ehrlichen Tenor den Sinn für das ehrenamtliche Engagement der Freiwilligen bei den Tafeln in Deutschland. „Für den Jenaer Soziologen Dr. Stephan Lorenz war diese ambivalente Situation Anlass, die Tafelbewegung wissenschaftlich zu untersuchen. Für ihn steht die Frage im Raum, ob die Freiwilligen der Tafeln ihr ehrenamtliches Engagement tatsächlich sinnvoll einsetzen. “Es ist doch interessant, dass die Tafeln wachsen, sich die Situation vieler Bürger aber trotzdem verschlechtert”, sagt er.

Binnen von 20 Jahren hat sich die Tafelbewegung zu einem immensen System ausgebreitet: immer mehr Freiwillige, neue Ausgabestellen, mehr umgesetzte Lebensmittel, mehr Sponsoren. Auch mehr Infrastruktur hat sich entwickelt. “Unter großem persönlichem Einsatz wurden aufwändige Versorgungsstrukturen zum Sammeln und Verteilen von Lebensmitteln geschaffen”, sagt Lorenz.“ Lorenz Aussage trifft den Nagel auf dem Kopf. Warum verschlechtern sich wohl die Lebensbedingungen der Menschen in Deutschland? Durch die Politik  der hier herrschenden Kaste natürlich. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer, so sagt ein Leitspruch. Die Menschen müssen sich mit immer weniger Geld zufrieden geben. Arbeiten lohnt sich in dieser Bananenrepublik in manchen Berufszweigen schon lange nicht mehr.

Arbeiten gehen und trotzdem auf Hartz 4  beziehungsweise auf die Tafeln angewiesen zu sein, passt doch nicht zusammen oder? Aber diese asoziale Politik fördert diese Situation immer mehr. Die Bonzen in Erfurt oder Berlin schlagen sich die Taschen voll und überlassen den armen Menschen sich selbst oder den Tafeln. Denn sieht man das alleine in Jena 1000 Nutzer registriert sind, klingt das erstmal nicht viel. Dennoch ist es für das Land doch ein Armutszeugnis, dass so viele Menschen auf die Tafel angewiesen sind. So führt Dr. Lorenz weiter aus: „Immer mehr stützt sich der Staat auf Almosensysteme von Organisationen wie der Tafel. Dabei müsse der Staat die Grundsicherung eines jeden Bürgers gewährleisten, und nicht Hilfsorganisationen. “Aber all die Freiwilligen der Tafeln fordern diese Verantwortung des Staates auch nicht ein”, sagt Dr. Lorenz.“


Der Soziologe trifft mit dieser Einschätzung wieder voll ins Schwarze.  Der Staat müsste für die Grundsicherung aufkommen, aber stattdessen wird wochenlang über die Diätenerhöhung diskutiert. Mit dem letzten Satz schlägt er auch einen negativen Punkt der Tafeln an. Dass die Arbeit jener Freiwilligen hochachtungsvoll ist und unterstützenswert steht außer Frage, aber sollten sich jene Bürger doch einmal selbst hinterfragen, ob sie das Problem nicht an den Wurzeln packen sollten. Sprich sich für die Grundsicherung, wie es Herr Lorenz formuliert der Leute einzusetzen. Dafür formuliert er klare Worte. „Im Gegenteil: Die Tafeln nehmen dem Staat die Arbeit ab. An dieser Stelle sollten sich die Freiwilligen fragen, ob sie tatsächlich etwas gegen die Armut tun, sagt der Soziologe. “Die Antwort lautet Nein.” Sinnvoller wäre es. sich für die staatliche Absicherung der Bürger einzusetzen.“ Aber die Helfer sehen diesen Punkt nicht ganz so ernst, denn sie machen schließlich ehrenamtliche Arbeit und helfen den Armen und Schwachen in unserer Gesellschaft, statt sich für diese Sicherung einzusetzen. Lieber lasse man sich, wie es der Soziologe sagt, dann und wann mal auf die Schulter klopfen für die geleistete Arbeit. Weiterhin sieht man hinter allem doch ein gewisses System. Denn die Schirmherrschaft über die Tafeln hat die Familieninnenministerin inne. Somit nehmen sich die Helfer, die Möglichkeit den Konflikt offen mit den Politikern auszutragen. Würden sie auf die Straße gehen, müsste die Politik drauf eingehen, denn bei 50000 Tafelarbeitern, saußen den Ratten da oben, die Ohren


Außerdem so führte Lorenz weiter aus, dass die Tafeln, die auch von uns verhasste „Wegwerfgesellschaft“ fördern, da sie ja auf die Überschüsse angewiesen sind. „Einen weiteren Interessenkonflikt stelle die Verwertung der Lebensmittelüberschüsse dar. Die Tafeln sind auf Essen, das übrig bleibt, angewiesen. “Damit brauchen sie unsere Wegwerfgesellschaft”, sagt Dr. Lorenz. “Sie vermindern nicht, wie oft dargestellt, das Entstehen von Überschüssen, sondern nutzen diese.” Häufig beklagen sich die Tafeln darüber, dass nicht genügend für sie abfalle. Schramm(ehrenamtlicher Arbeiter bei der Jenaer Tafel) ärgert beispielsweise, dass namenhafte Discounter ihre Überschüsse nicht abgeben“.


So zählen wir alle Punkte zusammen, sieht man, dass die Tafeln negative sowie positive Aspekte aufweisen können. Sie sind eine nötige Einrichtung, die sich nicht gegen die Politik stellen, aber auf die sich die Politik stützt. Also erkennt man doch einen gewissen Teufelskreis, der nur durchbrochen werden kann, wenn die Menschen mit einem Umdenken anfangen und sich gegen die etablierten Blockparteien stellen und sich für die ärmeren Mitbürger einsetzen.


So wollen wir das Thema beenden mit einem Satz von Herrn Lorenz, der zum nachdenken anregen sollte.


“Helfen sie den Menschen wirklich? Kurzfristig sicher, doch langfristig eher nicht.”

 

Quelle: Freies Netz Jena

Apr 27, 2013
Kategorie: Artikel
Erstellt von: webmaster

Jenaer Tafel: Wie ambivalent die Hilfe ist


Der Jenaer Soziologe Dr. Stephan Lorenz setzte sich mit den Tafeln auseinander. Das Ziel, Armut nachhaltig zu bekämpfen, erreiche man mit dem Tafelprinzip nicht. Foto: Anne Günther

Der Jenaer Soziologe Dr. Stephan Lorenz setzte sich mit den Tafeln auseinander: 200 Jenaer Bürger kommen pro Tag in die Werner-Seelenbinder-Straße; holen sich Brot, Nudeln, Reis oder auch ein paar Orangen. In die Einkaufstüte kommt, was da ist.

Jena. Es sind Spenden, die in den Regalen der Jenaer Tafel für die Bedürftigen bereit stehen.

Die Tafel in Jena hat - wie die gesamte Tafelbewegung - eine Erfolgsgeschichte geschrieben, wie sie sich jedes Unternehmen nur wünschen kann: Seit nunmehr 20 Jahren versorgen die Tafeln Bedürftige mit Lebensmitteln. Die erste Tafel wurde 1993 in Berlin gegründet; bereits 1995 kam der Jenaer Tafel-Verein hinzu. Doch der Erfolg der Hilfsorganisation ist zugleich ein Misserfolg: "Das ganze Tafelgeschehen hat doch die Politik zu verschulden", sagt Willfried Schramm, Vereinsvorsitzender in Jena.

1000 Nutzer pro Woche

Abgemacht sei damals, vor 20 Jahren, gewesen, dass die Tafeln nur eine Übergangslösung sind. Doch nun zeigt sich für die Jenaer Ehrenamtlichen, dass es nicht weniger Nutzer, sondern mehr werden. "Wir schaffen es gerade so, die 1000 Nutzer pro Woche auch zu versorgen", sagt Schramm. Kämen noch mehr hinzu, so müsse man wieder Wartelisten einführen. "Das geht dann von den Kapazitäten nicht mehr. Außerdem wächst ja auch nicht die Anzahl unserer Sponsoren."

Für den Jenaer Soziologen Dr. Stephan Lorenz war diese ambivalente Situation Anlass, die Tafelbewegung wissenschaftlich zu untersuchen. Für ihn steht die Frage im Raum, ob die Freiwilligen der Tafeln ihr ehrenamtliches Engagement tatsächlich sinnvoll einsetzen. "Es ist doch interessant, dass die Tafeln wachsen, sich die Situation vieler Bürger aber trotzdem verschlechtert", sagt er. Binnen von 20 Jahren hat sich die Tafelbewegung zu einem immensen System ausgebreitet: immer mehr Freiwillige, neue Ausgabestellen, mehr umgesetzte Lebensmittel, mehr Sponsoren. Auch mehr Infrastruktur hat sich entwickelt. "Unter großem persönlichem Einsatz wurden aufwändige Versorgungsstrukturen zum Sammeln und Verteilen von Lebensmitteln geschaffen", sagt Lorenz.

Auch der Jenaer Willfried Schramm beschreibt seinen Arbeitstag bei der Tafel in Jena als einen sehr zeitaufwändigen. Manchmal sei er bis Abends 18 Uhr da. Drei Fahrzeuge gehören dem Jenaer Tafel-Verein. Jeden Tag sind Fahrer unterwegs zu den verschiedenen Großmärkten, lokalen Geschäften und Restaurants, um übrig gebliebene Lebensmittel abzuholen. 40 Sponsoren versorgen die Jenaer Tafel. "Pro Berechtigten geben wir im Durchschnitt zehn Kilogramm Lebensmittel pro Woche aus", sagt Schramm. Dieser Einsatz von Freiwilligen, die bedürftigen Menschen helfen möchten, wird als positiv anerkannt. "Es gibt aber auch andere Formen der Hilfe als das Sammeln und Verteilen von Lebensmitteln", sagt Dr. Lorenz. Dem Armutsproblem begegne man so lediglich unmittelbar, jedoch nicht grundlegend.

Immer mehr stützt sich der Staat auf Almosensysteme von Organisationen wie der Tafel. Dabei müsse der Staat die Grundsicherung eines jeden Bürgers gewährleisten, und nicht Hilfsorganisationen. "Aber all die Freiwilligen der Tafeln fordern diese Verantwortung des Staates auch nicht ein", sagt Dr. Lorenz. Im Gegenteil: Die Tafeln nehmen dem Staat die Arbeit ab. An dieser Stelle sollten sich die Freiwilligen fragen, ob sie tatsächlich etwas gegen die Armut tun, sagt der Soziologe. "Die Antwort lautet Nein." Sinnvoller wäre es. sich für die staatliche Absicherung der Bürger einzusetzen.

 

Ambivalent sei auch die Passvergabe. Die Tafeln selbst vergeben Pässe an Bedürftige, die sie dazu berechtigen, die Lebensmittel zu kaufen. "An dieser Stelle agieren die Tafeln wie Behörden." Der Nutzer bekomme das Gefühl, ein Recht auf diese Unterstützung zu haben. Das jedoch könne nicht eingelöst werden. Auch Willfried Schramm kennt dieses Problem: "Manche Nutzer verstehen einfach nicht, dass wir nur das herausgeben können,was wir zuvor bekommen haben", sagt er. Schnell werde sich da beschwert, wenn die Obst- und Gemüsekisten einmal nicht so üppig gefüllt sind.

Tafel-Konzept basiert auf Freiwilligkeit

Schramm und seine Vorstandskollegen Frank Käthner und Jürgen Wambach sind darüber sehr verärgert. Dass die Ehrenamtlichen "allergisch" auf Anforderungen seitens der Nutzer reagieren, hat auch Dr. Lorenz während seiner Forschungsarbeit bemerkt. "Einerseits vergeben sie Pässe, die Menschen dazu berechtigt, bei der Tafel Lebensmittel zu holen. Andererseits gibt es aber für niemanden ein Recht dazu. Alles basiert auf Freiwilligkeit."

Eben diesen Konflikt des Rechtes auf Unterstützung, das dann doch keines ist, unterstützen die Tafeln mit ihrer Arbeit. Zudem tragen sie nach Lorenz den Konflikt auch nicht aus. "Die Konsequenz aus dieser Situation wäre doch, dass der Staat sich einschaltet." Doch lieber lasse man sich von Politikern dann und wann auf die Schulter klopfen für die geleistete Arbeit. Nicht gerade dienlich sei es zudem, dass die Schirmherrschaft über die Tafeln die Familienministerin inne hat. Damit nehme sich die Tafel die Möglichkeit, den Konflikt mit den Politikern auszutragen. 50.000 Tafelmitarbeiter könnten da sicher eine Menge erreichen.

"Doch was ist dann gewollt, wenn nicht politisches Engagement?", fragt Dr. Lorenz. Helfen, etwas Gutes und Sinnvolles tun, so seine Antwort. Doch die Tafeln würden es vermissen lassen, zu hinterfragen, ob sie ihr Ziel tatsächlich erreichen. "Helfen sie den Menschen wirklich? Kurzfristig sicher, doch langfristig eher nicht."

Einen weiteren Interessenkonflikt stelle die Verwertung der Lebensmittelüberschüsse dar. Die Tafeln sind auf Essen, das übrig bleibt, angewiesen. "Damit brauchen sie unsere Wegwerfgesellschaft", sagt Dr. Lorenz. "Sie vermindern nicht, wie oft dargestellt, das Entstehen von Überschüssen, sondern nutzen diese." Häufig beklagen sich die Tafeln darüber, dass nicht genügend für sie abfalle. Schramm ärgert beispielsweise, dass namenhafte Discounter ihre Überschüsse nicht abgeben.

Doch wie kann dieses Dilemma gelöst werden? "Als Soziologe habe ich das Phänomen nur untersucht", sagt Dr. Lorenz. Das Ziel, Armut nachhaltig zu bekämpfen, erreiche man mit dem Tafelprinzip nicht. Schramm wünscht sich hingegen von den Jenaer Politikern Unterstützung. Oft habe er um Zusammenarbeit gebeten. Doch der Verein stehe allein da mit all den Kosten.

 Quelle: TLZ

Feb 28, 2013
Kategorie: Artikel
Erstellt von: webmaster

20 Jahre Tafeln in Deutschland

2013 ist ein Besonderes Jahr für die Tafeln. Die Tafel-Bewegung ist 20 Jahre alt geworden.

Im Februar 1993 gründete eine Gruppe engagierter Frauen nach dem Vorbild der amerikanischen City Harvest in Berlin die erste deutsche Tafel. Die ebenso einfache wie eingängige Idee – überschüssige Lebensmittel dort zu verteilen, wo sie benötigt werden – wurde schnell weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. Aus der Initiative einiger Berlinerinnen entwickelte sich eine beispiellose soziale Bewegung, für die sich heute über 50.000 Menschen Tag für Tag ehrenamtlich einsetzen, Ein Ende ist(leider) nicht abzusehen.

 

20 Jahre  Tafeln sind kein Grund zum Feiern. Der Anstieg ihrer Zahl von 1  auf 900 und 1,5 Millionen Bedürftige, die sich bei den Tafeln tag für Tag Hilfe holen, um im Alttag bestehen zu können, sind  ernste Warnsignale für die Gesellschaft. Auf  viele Probleme unserer Zeit hat die Politik bisher keine Antworten gefunden: die Armut von Kindern, insbesondere der Kinder von Alleinerziehenden, und deren fehlende Aufstiegchancen, die Armut von immer mehr Geringverdienenden sowie  von Senioren, deren Bezuge nicht ausreichen, um ihre Grundbedürfnisse zu sichern die Armut von Langzeitarbeitslosen, die dauerhaft auf Alg II angewiesen sind. Bürgerschaftliches Engagement kann vieles bewirken, e entbindet den Staat jedoch nicht von der Fürsorgepflicht für seine Bewohner. Die Tafeln und andere gemeinnützige initiativen können Armut  nicht beseitigen, sie können nur bei einem Teil der Betroffenen ihre Folgen lindern.

 

Auch im Einsatz gegen die Verschwendung wertvoller Lebensmittel ist derzeit keine Lösung in Sicht. Wie groß deren Ausmaß ist, ist unklar. Sicher ist allerdings, dass jedes Jahr etliche Millionen Tonnen einwandfreier Nahrungsmittel im Müll landen. Für die Tafeln ist das weder aus ökonomischer noch aus ökologischer Sicht akzeptabel. Mit vereinten Kräften, einem starken Netzwerk, einem ausgekühlten  Logistiksystem und nicht zuletzt der Hilfe zahlreicher Unterstützer werden sie weiter daran arbeiten, dass ressourcenintensiv erzeugte Lebensmittel dorthin gelangen, wo sie hingehören: in den Magen eines Verbrauchers.

 

Der Bundesverband Deutsche Tafel wird – neben der konkreten Unterstützung der Tafel-Arbeit vor Ort – das kommende Jahr noch intensiver nutzen, um auf die Themen der Tafeln und vor allem ihrer Nutzerinnen und Nutzer aufmerksam zu  machen. Je mehr Menschen sich mit Lösungsansätzen zur Beseitigung von Armut und Lebensmittelvernichtung befassen umso besser. Allen Unterstützern dieses Weges, Freunden, Helferinnen und Helfern, Fördermitgliedern, Spendern, und Sponsoren der Tafeln sei dieser Stelle schon jetzt herzlich gedankt!

Feb 23, 2013
Kategorie: Artikel
Erstellt von: webmaster

Jenaer Tafel empört über Pferde-Lasagne-Spende

Pferde-Lasagne statt in den Müll an die Tafel? Willfried Schramm hält nichts davon. Foto: Roland/dpa

Mit Empörung reagierten die Mitarbeiter der Jenaer Tafel auf die Äußerungen des CDU-Bundestagsabgeordneten Hartwig Fischer, der vorgeschlagen hatte, ehe die Pferdefleisch-Lasagnen in den Müll wandern, könne man sie doch lieber den Armen schenken.

Jena. "Wir sind doch keine Bürger zweiter Klasse", sagt Willfried Schramm, Vorstandsvorsitzender der Jenaer Tafel. Der Abgeordnete könne sich ja selbst mal in die Schlange einreihen und schauen, ob er das Skandal-Fleisch, das Schadstoffe enthalten könnte, vielleicht essen möchte. "Das kommt überhaupt nicht in Frage, ausgemusterte Lebensmittel anzubieten auch Bedürftige haben einen Anspruch auf Qualität", sagt Willfried Schramm.

Täglich kommen etwa 200 Bedürftige zur Jenaer Tafel, um Lebensmittel, Kleidung oder Kinderspielzeug zu bekommen. "Die Tendenz ist steigend vor allem die Altersarmut macht vielen zu schaffen", sagt der Tafel-Vorsitzende. Die meisten Lebensmittel-Spenden bekomme die Tafel von Supermärkten. Ein bis zwei Tage, bevor die Haltbarkeit der Produkte ausläuft, werden sie aus den Regalen genommen. In der Tafel werden sie dann kontrolliert und aussortiert. "Wenn wir zehn Kisten Apfelsinen bekommen, müssen wir fünf Kisten aussortieren, da einige Früchte schon angegammelt sind", sagt Schramm. Die Lebensmittel werden dann noch am selben Tag herausgegeben. "Wir würden uns durchaus über mehr Spenden freuen", sagt Schramm. Ähnlich sieht es mit Kleidung aus. Vor allem Kinderkleidung sei immer gefragt. Aber auch dabei gelte: "Wir nehmen keine Lumpen an", sagt Schramm. Ab und an komme es nämlich schon vor, dass Dinge gespendet werden, die eigentlich in den Müll gehören.

Etwa 80 Freiwillige engagieren sich bei der Jenaer Tafel, täglich sind 40 Ehrenamtliche damit beschäftigt, die Spenden zu kontrollieren und zu sortieren. "Wir sind immer offen für neue Hilfe", sagt Willfried Schramm. Auch ein warmes Mittagsangebot zu einem sozialen Preis von 2,30 Euro gebe es täglich von 11.30 Uhr bis 13 Uhr. Die Spendenausgabe ist täglich von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Dass die Tafel seit 2011 in Lobeda in der Werner-Seelenbinder-Straße zu finden ist, habe sich mittlerweile endgültig herumgesprochen, sagt Schramm.

Quelle: TLZ

Öffnungszeiten

der Geschäftsstelle:
Montag - Freitag
09.30 bis 12.00 Uhr
13.00 bis 15.00 Uhr

der Tafelstube:
Montag
08.00 bis 14.00 Uhr
Dienstag - Freitag
08.00 bis 16.00 Uhr

der Kleiderkammer:
Montag - Freitag
10.30 bis 15.30 Uhr

Spendenannahme:
Montag - Freitag
8.00 bis 15.30 Uhr

Spendenkonto

Unsere Bankverbindung:
Sparkasse Jena
BLZ. 830 530 30
Kto. 10 685
IBAN DE33 8305 3030
         0000 0106 85
BIC HELADEF1JEN